Nach einer aktuellen Umfrage der Bundesbank erwartet die deutsche Bevölkerung in 2021 einen rasanten Anstieg der Inflationsrate auf 3,1 %. In 2020 lag die Rate noch bei 0,5 %. Dies wäre eine Steigerung um ca. das 6-fache. Diese Zahl mag auf den ersten Blick überraschen und die Meinungen in Fachkreisen hierzu gehen auch auseinander. Ein Blick auf die Situation hilft bei einer realistischen Einschätzung. Warum also wird ein solch starker Anstieg befürchtet?

Ängste vor starker Teuerung durchaus berechtigt

Nach Auskunft von Ökonomen könnte dieses Jahr tatsächlich eine Geldentwertung wie schon lange Zeit nicht mehr stattfinden. Gerade in den letzten Jahren musste die Wirtschaft einiges aushalten, was sich inflationsdämpfend ausgewirkt habe. Der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup erklärt die derzeitige Situation so: Betrachtet man den Ölpreis, stellt man fest, dass dieser aufgrund der rezessiven Entwicklungen im vergangenen Jahr eingebrochen ist – doch langsam findet nun eine Erholung statt. Die Umsatzsteuer war vorübergehend durch die Bundesregierung gesenkt worden, was nun jedoch auch wieder vorbei ist. Zudem gibt es seit Beginn dieses Jahres eine neue CO²-Abgabe – dies verteuert Brennstoffe wie Benzin, Heizöl oder Erdgas merklich. Derzeit finden die Impfungen gegen Corona statt. Es ist zu erwarten, dass die Pandemieängste mehr und mehr schwinden werden. Alle diese Faktoren können dazu beitragen, dass die Inflation in diesem Jahr merklich anzieht.

Was spricht gegen einen starken Anstieg der Teuerung?

Die Angst vor einer Inflation ist auch einer der Gründe, warum Deutschland eine so restriktive Politik in der Europäischen Währungsunion betreibt. Die monetäre Staatsfinanzierung ist quasi verboten – hierdurch würde nämlich frisches Geld einen Schuldenstaat unterstützen, was tendenziell zu einem Anstieg einer Inflation führen könnte. Allerdings bedeutet das Herausbringen von frischem Geld nicht in jedem Fall einen Inflationsanstieg. Werden mit neuem Geld beispielsweise Kredite bei hoher Kapitalnachfrage vergeben, bedeutet dies eher einen Anstieg der Wirtschaftstätigkeit und sollte sich nicht inflationär auswirken.

Gewerkschaften sind Zünglein an der Waage

Nicht zu verachten ist der Einfluss der Lohnpolitik auf die Entwicklung der Inflation – und somit auch die Bedeutung der Gewerkschaften. In diesem Jahr werden voraussichtlich neue Tarifverträge für mehr als 12 Millionen Beschäftigte ausgehandelt. Kommt es dazu, dass kräftige Lohnerhöhungen am Ende stehen, werden die Unternehmen dies vermutlich unter anderem durch Preiserhöhungen ihrer Produkte aufzufangen versuchen. Damit würde sich eine Inflation weiter aufschaukeln – allerdings bleibt abzuwarten, ob es dazu kommt. Viele der Verhandlungen werden vermutlich noch von der Pandemiesituation und dem beschleunigten Strukturwandel aufgrund der zahlreichen Insolvenzen geprägt sein. Zudem werden die Arbeitgeber mit der Verlagerung von Arbeit in andere Länder drohen. In diesem Zusammenhang muss auch die Digitalisierung gesehen werden, die zu günstigeren Dienstleistungen und Produkten führt.

Fazit

Die Gefahren einer stark zunehmenden Inflation schon in diesem Jahr sind nicht von der Hand zu weisen. Allerdings gibt es noch einige Einflussfaktoren, deren Auswirkungen noch nicht klar einzuordnen sind. Es stehen zudem einige Mittel zu Verfügung, welche eine stark anziehende Inflation abbremsen können. Insgesamt allerdings ist die Gefahr einer anziehenden Teuerung aktuell hoch. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische und wirtschaftliche Situation in den nächsten Monaten entwickelt und wie die weiteren Auswirkungen der Pandemie sind. Mit Spannung werden die Lohnabschlüsse in verschiedenen Branchen erwartet, welche – je nach Ausgang – richtungsweisend sein könnten.

 

 

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